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Kathrin  Albrecht- Gericke

Kathrin wurde 1972 in Berlin geboren und lebte bis die Eltern sich 1975 scheiden ließen auch dort.

Das Sorgerecht für Kathrin bekam der Vater, da er Parteimitglied war.

 

Kathrins Vater zog mit Kathrin nach Thüringen in ein kleine Dorf, wo seine Mutter lebte und fortan zog die Oma Ihre Kathrin sehr liebevoll auf.
In den Sommerferien durfte Kathrin ab 1976 immer für 4 Wochen nach Berlin zu Ihrer Mama.
1976 heiratete Ihre Mama erneut und bekam noch einen kleinen Sohn , namens Daniel.

1979 erkrankte Marlis schwer an Unterleibskrebs, aber die Ärzte in Berlin - Buch konnten Ihr Leben retten. Damals war sie 26. Sie wurde geheilt.


1980 starb Daniel durch einen tragischen Unfall.


Kathrin hatte es nicht besonders gut . Ihr Vater war viel in der Kneipe, sie wurde gehänselt, da Sie nicht von Thüringen kam und auch sonst hatte sie kaum Freunde.


Im Januar 1986,hatte sie gerade Ihren 1.Freund (des Nachbars Jungen),da bekam sie dann das 1.mal Ihre Regel. Kathrin ließ sich nur 1 mal auf den 15 jährigen Nachbarsjungen ein.

Sie hatte keine Ahnung. Oma hatte versäumt sie aufzuklären und Kathrin war zu diesem Zeitpunkt gerade mal 13 Jahre.
Die Regel blieb aus. 

Im August 1986 kam dann ein anonymer Brief an ihre Oma:        

"Kathrin soll schwanger sein, fragt sie doch selbst".


Kathrins Vater ging mit Ihr zum Frauenarzt ,da er das Gegenteil beweisen wollte.
Er durfte sich dann das Bild auf dem Ultraschall ansehen, da war Kathrin schon im 7.Monat schwanger.
Von da an beschäftigte Sie sich nur noch mit dem Kind in Ihrem Bauch, sie sang Lieder, redete mit ihm - sie liebte ihn und sie wollte ihn.
Nun ging alles sehr schnell. In der Schule wurde Sie von 2 Männern in grauen Anzügen (Stasis) verhört. Aber sie redete nicht.
Dann saß sie 2 Tage und Nächte auf dem Polizeirevier bis Sie nicht mehr konnte.
Sie gab dem Nachbarsjungen seinen Namen preis.
Er bekam 2 1/2 Jahre auf Bewährung. Sein Vater verlor die Stelle bei der Polizei.
Marlis wurde kurz informiert und war sofort bereit Kathrin und das Kind zu nehmen.


Das Jugendamt regelte alles wahrscheinlich mit Kathrins Vater.

Kathrin kam 4 Wochen eher ins Krankenhaus, damit man auch ja den Entbindungstermin nicht verpasste.
Am 30.10.1986 um 21.30 Uhr bekam Sie Wehen. Sie lief zum Kreissaal. Da standen sie wieder und fragten ,wo Sie denn hin wolle. Sie schrie durch das Krankenhaus "Ich bekomm jetzt Euer Kind".


Im Kreissaal wurde Kathrin dann vollgepumpt mit Faustan und anderen Medikamenten. Sie konnte nicht mehr klar denken. Sie durfte sich nicht bewegen.
Man setzte dem Baby, einem Jungen, eine Diode an den Kopf. Dann schnallte die Hebamme Kathrin an das Bett oder besser an die Pritsche.
Am 31.10.1986 um 0.35 Uhr wurde dann Steffen geboren.

Sie sah ihn nicht, Sie durfte ihn nicht hören, er kam sofort weg.


Man ließ Kathrin auf der Pritsche liegen, die Nachgeburt zwischen den Beinen, das Blut lief herunter.
Man sagte Ihr, der Arzt schliefe und wollte nicht gestört werden. Um 7.30 Uhr kam er dann endlich und nähte die 3 Risse zu.
Die nächsten 5 Tage schlich Kathrin dann immer am Babyzimmer rum, aber keiner zeigte ihn ihr.
Sie hat nie irgend etwas unterschrieben und auch sonst bekam Sie auch keine Papiere, weder eine Geburtsurkunde noch sonst etwas, er war aus Ihrem Leben geraubt.

Nur den Namen sagte man Ihr : Steffen.


Marlis rief 14 Tage nach der Geburt an und fragte was denn nun sei und Kathrins Vater erklärte ihr wohl, das dieses Kind zur Adoption freigegeben sei.
Für Marlis brach eine Welt zusammen.Beim Jugendamt war sie kurzerhand für tod erklärt worden. Banalerweise gab es sogar eine Todesanzeige von Marlis in der Zeitung.


An Kathrins Geburtstag, dem 07.12.1986 versuchte Kathrin sich dann das 1.mal mit Tabletten das Leben zu nehmen. Ihr Vater dachte Sie sei betrunken und trat Kathrin, sodass Sie die Treppe runterfiel.
1989/1990 lernte Kathrin dann ein Mädchen kennen und Sie erfuhr wo Ihr Sohn sein könnte. Fortan war Kathrin fast täglich in diesem Ort, aber Ihren Sohn fand ich nicht.
1993 starb Ihr Vater.
1994 wurde Kathrin dann erneut schwanger und bekam im September ein süßes Mädchen. Sie setzte sich in Plauen in den Zug und fuhr zur Entbindung 350 km nach Berlin, nur damit Ihr keiner mehr dieses Kind stehlen kann.
Sie kehrte noch einmal zurück ,zog aber 1996 dann doch nach Berlin.
1998 lernte Sie den Mann Ihres Lebens kennen, den sie 2003 auch heiratete.

Er brachte noch 2 Kinder mit in die Ehe . 2002 bekamen Sie noch ein Söhnchen und 2009 folgte der jüngste Sohn.


Und heute :
1997 begann Kathrin die Suche. Sie forderte Stasiakten an - nichts. Sie forderte Krankenhausunterlagen an - nichts.
Das Jugendamt verweigerte jeglichen Kontakt .
Einträge aus dem Gästebuch der Stadt in der Steffen leben soll, wurden gelöscht.
Im Sommer 2004 war Kathrin mit Ihrer Familie eine Woche im Urlaub in Thüringen und Sie traf jenes Mädchen von 1990 wieder. Sie sagte Ihr den vollständigen Namen ,sie erklärte Kathrin ,wie er aussieht.

Kathrin nahm sich nun vor, einen Brief zu schreiben.
Dieses hat Sie dann mit Hilfe einer Adoptivmama im Oktober 2004 getan, aber leider wartet Sie bis heute auf eine Antwort – vielleicht für immer?

Nein, nein, Sie lernte eine Reporterin kennen, die Kathrin über 2 Jahre begleitete und Sie fanden Steffen.

Die Sendung wurde im Sommer 2008 im RTL Mittagsmagazin ausgestrahlt.
Ihm geht es gut und das ist die Hauptsache...

 

Seit April 2013 meldet sich Steffen nun nicht mehr. Jetzt, wo Kathrin all seine Fragen beantworten könnte.
Nach wie vor denkt Kathrin jeden Tag an ihn, das einzige, was seit dem Kennen lernen besser geworden ist sind Ihre Depressionen, um seinen Geburtstermin. Diese sind komplett weg.

Die Lücke, die aber immer da war, ist geblieben...

 

2014 nachdem sie dem Krankenhaus mitteilte, das Sie Ihren Sohn schon lange gefunden hat, bekam sie endlich die vollständigen Geburtsunterlagen. Endlich nach 28 Jahren erfuhr sie sein Geburtsgewicht und seine Geburtsgröße und dort stand dann auch wann er entlassen wurde aus dem Krankenhaus und wohin...Dieses wichtige Dokument hatte man Ihr 29 Jahre vorenthalten....

Gedanken kreisen aber weiterhin... Was fängt Kathrin mit dem jetzigen Wissen an. Verklagt Sie das Krankenhaus oder läßt Sie es sein ?
29 gestohlene Jahre - warum hat man unser Leben so kaputt gemacht. Wer ist verantwortlich?

Kathrin wird wieder auf die Straße gehen und wird dafür kämpfen, das sie alle Unterlagen bekommt.

Und Sie wird für alle anderen kämpfen - das hat sie sich geschworen....

 

 

 

2016 Kathrin A.-Gericke

     

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